Hauptvorträge

Beschreibung der Hauptplenarvorträge


Mittwoch, 25.07. um 09.00 Uhr
Dr. Kerstin Reinke
Herder Institut der Universität Leipzig

Kerstin Reinke promovierte und habilitierte in sprechwissenschaftlicher Phonetik in Deutsch als Fremdsprache an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg. Sie arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und außerplanmäßige Professorin am Herder-Institut (Universität Leipzig) in den Bachelor- und Masterstudiengängen für DaF und DaZ. Außerdem ist sie Autorin und Mitautorin zahlreicher Lehr- und Lernmaterialien des Klett-Verlages mit dem Schwerpunkt ‚Phonetik in DaF und DaZ‘. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Grundlagen der Phonetik/ Phonologie in Deutsch als Fremdsprache, Ausspracheerwerb und Aussprachevermittlung in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Phonetik aus sprachvergleichender Perspektive, Didaktik/Methodik der Phonetik in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Rhetorik unter interkulturellem Aspekt.

Vortrag: „Ich lerne gern, ich spiele gern! Ich lerne und ich spiele gern …“ Im Rhythmus zum frühen Fremdspracherwerb in Deutsch als Fremdsprache
Zahlreiche Forschungsergebnisse zum Spracherwerb bestätigen, dass bereits in der Erstsprache der Erwerb von Wortschatz, Redemitteln und Grammatik mit sprechrhythmischen Aspekten in engstem Zusammenhang steht. Ebenso lässt sich nachweisen, dass auch beim Verstehen und Produzieren gesprochener Sprache rhythmische Strukturen eine große Rolle spielen. Wird eine neue Sprache erworben, müssen sich die Lernenden nicht nur neue sprachliche Strukturen, sondern ebenso einen von der Erstsprache abweichenden und damit ungewohnten Sprechrhythmus aneignen. Der Vortrag soll auf der Basis fachwissenschaftlicher Argumentation und unterrichtspraktischer Erfahrungen vermitteln, warum und auf welche Weise derSprechrhythmus den Wortschatz-, Grammatik- und Ausspracheerwerb in Deutsch als Fremdsprache bei Lernenden aller  Altersstufen (insbesondere bei Kindern) sehr gut unterstützt.

Vorgestellt wird das Konzept des sprechrhythmischen Prinzips, das die rhythmische Geformtheit (Akzentuierung, Gliederung) sprachlicher Strukturen und damit deren ansprechenden Klang gezielt herausstellt und somit systematisch und motivierend im Fremdsprachunterricht eingesetzt werden kann. Das sprechrhythmische Prinzip wurde bereits in mehrere Lehrwerke und Lernmaterialien des Klett-Verlages für verschiedene Lernzielgruppen integriert. An konkreten Beispielen kann gezeigt werden, wie es sich auch im frühen Fremdsprachunterricht DaF hervorragend einsetzen lässt.


Mittwoch, 25.07. um 14.00 Uhr
Mag. Klaus Redl
Vienna International School / Postgraduate-Center der Universität Wien

Lehramts- und Diplomstudium Deutsch, Französisch und Spanisch sowie Masterstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Universität Wien. Sprach- und Studienaufhalte in Spanien, Lateinamerika und Frankreich. Seit 2006 Lehrtätigkeit in verschiedenen Bildungseinrichtungen, wie etwa der Universität von Santiago de Compostela (Galicien) oder der Diplomatischen Akademie Wien. Derzeit Deutsch-Lehrer und Departmentleiter-Stellvertreter an der Vienna International School und Lehrender am Postgraduate-Center der Universität Wien.

Vortrag: Authentisches Hör‐Sehverstehen im DaF-Unterricht
Das Lesen (und Produzieren) von filmischen Texten gehört immer stärker zu unserer Lebenswelt. Als Lehrende können wir von diesem Vorwissen unserer Lernenden Gebrauch machen und es für den Spracherwerb kanalisieren. In einem praxisnahen Vortrag sollen mit Hilfe ausgewählter zeitgenössischer Filmausschnitte gemeinsam das Potential und mögliche Einsatzszenarien von Filmsequenzen im Sprachunterricht ausgelotet werden. Die Materialien eignen sich für Jugendliche und Erwachsene der unterschiedlichsten Niveaustufen. Zentrales Anliegen des Vortrags ist es, die TeilnehmerInnen zum gezielten Einsatz von Filmsequenzen im eigenen Unterricht zu animieren.


Donnerstag, 26.07 um 09.00 Uhr
Dr. Marion Grein
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Marion Grein, JGU Mainz ist habilitierte Leiterin des Masterstudiengangs Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Sprachlehrforschung, Interkulturelle Kommunikation sowie digitale Unterrichtsformen. Derzeit erforscht sie verstärkt die Lernprozesse in unterschiedlichen Altersstufen sowie die Rolle der Musik beim Fremdsprachenlernen.

Vortrag: „Je früher desto besser – ein Blick auf aktuelle Forschungsergebnisse“
In ihrem Vortrag wird Marion Grein den aktuellen Forschungsstand zum frühen Fremdsprachenlernen skizzieren. Dabei wird sie zunächst knapp Erkenntnisse aus der sprachlichen Entwicklung in der Erstsprache (Muttersprache) aufzeigen (wie entwickeln sich die Sprachzentren, was erkennt bereits das Baby an sprachlichem Input?) und dann konkret der Frage nachgehen, was der frühe Fremdsprachenunterricht (nicht der Erwerb einer zweiten Sprache) für Vorteile mit sich bringt. Dabei wird jedoch auch deutlich, dass frühes Konfrontieren mit einer Fremdsprache nicht automatisch zum perfekten Erlernen/Erwerben dieser Sprache führt. Sie beendet den Vortrag mit allgemeinen Prinzipien, die den Lernerfolg auch bei Kindern unterstützen (u.a. Limbisches System: Emotionen und Relevanz, Beachtung der Individualität/Lernstile bereits bei Kindern).


Donnerstag, 26.07 um 14.00 Uhr
Dr. Karen Schramm
Institut für Germanistik der Universität Wien
Nach ihrer Promotion zum Thema „Lesen in der Fremdsprache“ an der Universität Münster im Jahre 1998 war Prof. Schramm bis 2004 als DAAD-Lektorin in Seoul (Rep. Korea) und als DaF-Lehrerin und TESOL-Lehrbeauftrage in Washington DC (USA) tätig. Von 2006 bis 2014 lehrte und forschte sie als Professorin für Deutsch als Fremdsprache mit dem Schwerpunkt Didaktik/Methodik am Herder-Institut der Universität Leipzig. Seit 2014 arbeitet sie als Professorin für Deutsch als Fremdsprache am Institut für Germanistik der Universität Wien, wo sie u.a. das internationale Kooperationsprojekt Lehrkompetenzentwicklung für extensiven Leseunterricht (LEELU) leitet.

Vortrag: „Freies Lesen im DaF-Unterricht der Sekundarstufe – Erfolge und Erfahrungen des LEELU-Projekts“.
Das internationale Kooperationsprojekt „Lehrkompetenzentwicklung für extensives Lesen“ (LEELU) nimmt die unbefriedigende Lesekompetenz und -sozialisation vieler europäischer SchülerInnen zum Ausgangspunkt und konzipiert im Bereich Deutsch als Fremdsprache eine internationale Lehrerbildungsmaßnahme zum Thema Freies Lesen. Somit leistet LEELU einerseits einen Beitrag zur Steigerung der Lese- und Fremdsprachenkompetenz von SchülerInnen der Sekundarstufe und bietet andererseits ein praxistaugliches Modell der länderübergreifenden Zusammenarbeit angehender und erfahrener Lehrpersonen in digitalen Netzwerken. Der Vortrag beleuchtet beide Aspekte des LEELU-Projekts und stellt erstens quantitative Befunde zum Erfolg des DaF-Leseprogramms an italienischen, niederländischen und ungarischen Schulen im Vergleich zu Kontrollgruppen und zweitens qualitative Befunde zu den Erfahrungen im internationalen Lehrpersonennetzwerk auf Basis einer social video-Software vor.

„Je früher, desto besser“ - frühes Deutsch in Brasilien.

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