Zum Einsatz von Internetplattformen im universitären DaF-Unterricht - am Beispiel von Moodle und DUO
Norma WUCHERPFENNIG, MA (CEL/Unicamp; nowupf@unicamp.br)
Zusammenfassung: Im Folgenden werden zwei Internetplattformen vorgestellt: einerseits die freie Software Moodle und andererseits das von der Universität München und dem TestDaF-Institut entwickelte Portal DUO (Deutsch-Uni Online), wobei hier auf die Kurse von basis-deutsch eingegangen werden soll. Es werden weniger die technischen Details beleuchtet, als vielmehr die Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit den Plattformen, deren Aufbau und mögliche Übungsformen sowie die Bedienbarkeit aus Lehrer- und Schülersicht. Hierbei sollen auch Fragen der Zielgruppengerechtigkeit vor dem Hintergrund des Einsatzes im brasilianischen Kontext, insbesondere in der Grundstufe, einfließen.
Stichwörter: Blended Learning/E-Learning, Lernplattformen, Moodle, DUO
0. Einleitung
In den Deutschkursen am Sprachlehrzentrum (CEL) der Unicamp wird seit Ende der 90-er Jahre mit elektronischen Lernplattformen gearbeitet. Zunächst wurde die an der Unicamp selbst entwickelte Plattform TelEduc benutzt; im Jahre 2007 ging man aus verschiedenen Gründen zur Nutzung von Moodle über (siehe dazu OLIVEIRA et al. 2008 sowie OLIVEIRA in diesem Band). In einem im Februar 2008 gestarteten Pilotprojekt, das in Kooperation von DAAD, CEL, Cabs und der Fakultät für Elektrotechnik und Computerwissenschaften (FEEC/Unicamp) realisiert wurde, wurde auch das Portal Deutsch-Uni Online (DUO) eingesetzt. Ziel der konstanten Arbeit mit den verschiedenen Plattformen ist es, die Anwendbarkeit auf den hiesigen universitären Kontext auszutesten und auf längere Sicht das erfolgreichste und praktikabelste Modell herauszufiltern und weiterzuentwickeln. Im Folgenden sollen die bisherigen Erkenntnisse aus der Arbeit mit Moodle und DUO gegenübergestellt werden. Dabei gehen wir zunächst auf den Aufbau und die Werkzeuge beider Plattformen ein, analysieren die Möglichkeiten für Lehrende, um abschließend unsere konkreten Erfahrungen aus dem Einsatz in den Kursen zusammenzufassen.
1. Moodle
Bei Moodle (Modular Object-Oriented Dynamic Learning Environment) handelt es sich um eine Open Source Software für Lernplattformen, die sich für die verschiedensten Lerninhalte eignet. Es kann sowohl als Unterstützung für Präsenzkurse als auch in Fernkursen eingesetzt werden. Seine flexible Struktur erlaubt es, die Umgebung nach den jeweiligen Bedürfnissen und Lernzielen zu gestalten. So kann zwischen einem 1-, 2- bzw. 3-spaltigen Kurslayout entschieden sowie aus verschiedenen Formaten (Themen-, Wochenstruktur, Forum etc.) das für den Kurs geeignetste gewählt werden. Die Plattform stellt die Umgebung und Werkzeuge zur Verfügung, während der Kursleiter für die Inhalte verantwortlich ist. Er kann sich aus einem relativ breiten Repertoire bedienen, so gibt es unter der Lernaktivität Test eine Reihe von geschlossenen Aufgabentypen, die sich für den Einsatz im Sprachunterricht eignen, wie z.B. Multiple Choice, Kurztext-Antwort, Wahr-Falsch-, Zuordnungs-, Lückentext- oder Drag-and-Drop-Fragen. Außerdem ist es möglich, Aufgaben im Format Hot Potatoes und Wikis zu integrieren (genauer dazu siehe OLIVEIRA in diesem Band).
Für unsere Kurse haben wir uns für eine dreigeteilte Grundstruktur entschieden, wobei die mittlere Spalte die inhaltliche Kursstruktur enthält. In den beiden schmaleren Spalten rechts und links davon sind organisatorische bzw. administrative Elemente angeordnet (z.B. Kalender, Kursverwaltung, Neueste Nachrichten, Meine Kurse, Teilnehmer online etc.). Als Format bot sich die Themenstruktur an; ein Thema entspricht einer Einheit in unserem Lehrmaterial (Blaue Blume).

Abb. 1: Ansicht der Kursstruktur im Moodle
In allen unseren Moodle-Kursen sind die Einheiten nach der gleichen Systematik aufgebaut: zunächst finden die Lerner den Comentário para Estudo Autônomo (inhaltliche Vor- und Nachbereitung der Einheit) danach einen Link zur externen Seite WordChamp (Vokabellisten und Vokabeltraining), dann folgen die Wikis (kollektive Schreibaufgaben), danach die Hot-Potatoes-Tests (Lücken-, Satzstellungs-, Zuordnungsübungen, Kreuzworträtsel und Multiple Choice) und zum Abschluss Material para Trabalho Complementar (z.B. Links, Zusatzaufgaben, Texte).

Abb. 2: Ansicht einer Einheit im Moodle (im Bearbeitungsmodus)

Abb. 3: Ansicht einer Einheit im Moodle (Teilnehmeransicht)
Die Lehrperson hat die Aufgabe bzw. die Möglichkeit, den Kurs direkt zu verwalten, d.h. sie gestaltet die Plattform gemäß der Lernziele und Rahmenbedingungen des Kurses, wählt aus der Vielzahl der Möglichkeiten die relevanten Bausteine aus und strukturiert und „füttert“ den inhaltlichen Teil des Kurses. Auf diese Weise können die Inhalte genau auf die curricularen Vorgaben bzw. auf die Bedürfnisse der Lerner abgestimmt werden. Die Kategorie Bewertungen, die im System integriert ist, erlaubt es, Moodle als Evaluationsinstrument zu nutzen. Alle Ergebnisse werden gespeichert und vom System in eine Note umgerechnet. Der Kursleiter legt die Punktzahl pro Aufgabe, die Anzahl der möglichen Versuche und den Bewertungsmodus (z.B. beste oder Durchschnittsnote) fest. Da alle Zugangsdaten im System bleiben, ist es auch möglich, eine Einstellung im Nachhinein zu verändern, falls sie sich als ungünstig erweist. Die Versuche und die erzielten Punkte der einzelnen Teilnehmer lassen sich als Liste oder Diagramm visualisieren. Neben der Darstellung pro Teilnehmer kann man auch die Ergebnisse aller Teilnehmer pro Aufgabe anzeigen lassen. Eine andere Eigenschaft, die den Einsatz von Moodle als konstanten, begleitenden Lernraum begünstigt, ist die Möglichkeit, die Aufgaben für einen bestimmten Zeitraum zu öffnen; ist dieser abgelaufen, sind sie nicht mehr zugänglich. So wird das selbständige Lernen in gewisser Weise vorstrukturiert, mit dem Ziel, dass die Teilnehmer eine regelmäßige Lernroutine entwickeln.
Desweiteren verfügt Moodle über verschiedene (synchrone und asynchrone) Werkzeuge für die Kurskommunikation als Schnittstelle für Informationsaustausch, Diskussion und für die Klärung von Fragen, so gibt es z.B. verschiedene Typen von Foren sowie Chat und Messenger, die Interaktion und Dynamik erzeugen.
Dadurch dass Moodle von einem weltweiten Programmierteam stetig weiterentwickelt wird und auch in unzähligen Ländern Anwendung findet, stehen verschiedensprachige Versionen zur Verfügung. So kann die Benutzeroberfläche individuell eingestellt werden, was z.B. unseren Lernern in der Grundstufe den Vorteil bietet, mit der portugiesischsprachigen Umgebung zu arbeiten. Dies erleichtert die Orientierung, vor allem am Anfang, denn auf den ersten Blick scheint die Plattform vielen Teilnehmern etwas unstrukturiert. Dem versuchen wir entgegenzuwirken, indem unsere Kurse immer dieselbe Binnenstruktur haben; nützlich ist hier auch die Möglichkeit einzelne Elemente oder auch ganze Einheiten unsichtbar zu machen, sodass den Teilnehmern nur die wirklich relevanten Teile angezeigt werden.
Der Einsatz als kursbegleitende Übungsform hat sich in unserem Kontext bewährt. Die Lerner arbeiten regelmäßig, was zum einen dadurch gefördert wird, dass die Aufgaben bewertet werden, und zum anderen mit den Terminen für die einzelnen Einheiten zusammenhängt. Die Aufgaben im Format Hot Potatoes sind relativ überschaubar, d.h. die Lerner sind i.d.R. in der Lage, sie eigenständig zu lösen; die Bearbeitung der Wikis ist komplexer, da es sich um freie Schreibaufgaben handelt, jedoch können und sollen sich die Mitglieder einer Gruppe hier gegenseitig unterstützen und die Aufgabe gemeinsam bewältigen.
Aus der Sicht des Kursleiters bedeuten die Möglichkeiten und Freiheiten, die Moodle eröffnet, auch ein hohes Engagement. Umfassende Informatikkenntnisse sind aufgrund der leichten Bedienbarkeit zwar nicht notwendig, aber die laufende Verwaltung des Kurses und vor allem die Entwicklung sinnvoller und lernzielgerechter Übungen nehmen viel Zeit und Kreativität in Anspruch. Dies betrifft vor allem den Aufbau neuer Kurse, da die Aufgaben nicht nur erstellt, sondern auch getestet und weiterentwickelt werden müssen. Was unsere Kurse in der Grundstufe betrifft, so sind wir momentan bei der Revision und teilweisen Neuerstellung von Aufgaben für alle sechs Niveaus, die voraussichtlich 2009 abgeschlossen sein wird. Dann wird unseren Lernern in den regulären Kursen wie auch autonomen Lernern durch die offenen Kurse ein erprobter Fundus an Materialien zur Verfügung stehen.
2. Deutsch-Uni Online
DUO ist ein interaktives Portal für Deutschlerner aus aller Welt, das vom Multi-Media-Labor der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem TestDaF-Institut Hagen entwickelt wurde. Die Zielgruppe sind Lerner, die sich auf einen Deutschlandaufenthalt, sei es für Studium, Forschung, Beruf etc., vorbereiten wollen. Je nach Ausgangsniveau der Lerner, können diese sich für eine von fünf Kompetenzstufen entscheiden: basis-deutsch (grundlegende Deutschkenntnisse; A1 bis A2), uni-deutsch (studienspezifische Vorbereitung; B1 bis B2), fach-deutsch (Wissenschaftssprache verschiedener Fachrichtungen; ab C1), profi-deutsch (Berufs- und Wirtschaftssprache; B1 bis B2) und reading-deutsch (Lesekompetenzen; bisher A1 bis A2).
Der vorliegende Artikel geht auf die Kurse von basis-deutsch ein, die an der Unicamp im blended-learning-Verfahren getestet wurden, wobei auf dieser Stufe empfohlen wird, 80% des Kurses im Präsenzunterricht zu absolvieren und 20% als selbständige Arbeit mit der Plattform. Mit steigendem Niveau ändert sich diese Gewichtung, sodass ab A2 je 50% für die Präsenz- und Selbststudienanteile angestrebt werden. Die höheren Kurse sind als vollständige Distanzkurse konzipiert und können mit oder ohne tutorielle Begleitung absolviert werden.
Der Einsatz in der Grundstufe ist relativ stark an Schritte International gekoppelt, da der inhaltliche Aufbau der Plattform auf den Lektionen dieses Lehrwerks basiert. Der Zugang für Lerner erfolgt über www.deutsch-uni.com, wohingegen sich die Lehrenden über www.uni-deutsch.de einloggen. Das Portal ist in drei grundlegende Teile gegliedert: in der Bildschirmmitte findet man das Inhaltsverzeichnis mit den sieben Lektionen; zu jeder Lektion gibt es Informationen über die betreffenden Wortschatzbereiche und die Lernziele. Auf der linken Seite befindet sich die Bausteinleiste, die in den basis-deutsch Kursen noch einmal eine Auflistung der Kapitel enthält, in den höheren Niveaus aber nach Fertigkeiten gegliedert ist. Am oberen Bildschirmrand erscheint die Konstantenleiste mit verschiedenen Online-Ressourcen und Werkzeugen, die den Zugang zum Inhaltsverzeichnis, zu Online-Wörterbüchern, Lerntipps, Landeskunde-Links, den Kommunikationsmitteln sowie technischer Hilfe ermöglichen; Kursleiter können hier auf die Kursverwaltung zugreifen.

Abb. 4: Ansicht der Kursstruktur von basis-deutsch A1.1
Öffnet man ein Kapitel, so erscheint oben die Anzahl der Aufgaben und darunter die Arbeitsanleitung sowie das Material, das bearbeitet werden soll (Videos, Links zu deutschsprachigen Internetseiten, Hörtexte etc.). Im Anschluss an die Bearbeitung klickt man auf den Link zu den entsprechenden Übungen, die sich in einem neuen Fenster öffnen.

Abb. 5: Ansicht einer Aufgabe von basis-deutsch A1.1
Basis-deutsch enthält ca. 15 verschiedene Übungstypen, hauptsächlich in geschlossenen Formaten, darunter Multiple Choice, Lückentexte, Memory, Markier- und Zuordnungsübungen, aber auch das Verfassen freier Texte (mit Korrektur durch Tutor) etc. Technische Voraussetzungen, um die Aufgaben zu bewältigen, sind Java und QuickTime, außerdem ein relativ schneller Rechner, da sonst das Laden der Übungen viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Teilnehmer können die Übungen beliebig oft wiederholen. Bei Unklarheiten bezüglich des Übungstyps oder bei Grammatikthemen kann man sich kleine Animationen anzeigen lassen, die die Funktionsweise bzw. das Phänomen bildlich erklären und zur Memorisierung beitragen. In den Übungen wird auch das Vokabular oftmals durch Bilder erklärt.
Mitunter ist es notwendig, für die Bearbeitung der Übungen gleichzeitig vier Fenster offen zu haben, wodurch Unübersichtlichkeit entstehen kann. Bei einzelnen Aufgaben müssen auch gleich mehrere Links aufgerufen werden, um die gewünschten Informationen zu finden, was die Lösungssuche erschweren kann.
DUO bietet synchrone und asynchrone Kommunikationsfunktionen: Forum, Chat und E-Mail, die von Teilnehmern und Kursleitern genutzt werden können. Es gibt ein Forum, das nur den Teilnehmers eines bestimmten Kurses zugänglich ist, aber auch z.B. offene Foren, zu denen alle Nutzer weltweit Zugang haben und sich austauschen können.
Die Lehrenden haben die Möglichkeit, die Übungen der einzelnen Teilnehmer anzuschauen, was jedoch sehr zeitaufwändig ist, da keine Übersicht angezeigt werden kann, sondern jeder einzelne Übungsversuch pro Teilnehmer geöffnet werden muss. Es werden außerdem nicht alle Versuche gespeichert: Klickt der Lerner bei einer Übung auf Neustart, so werden die vorherigen Daten gelöscht und es erscheinen lediglich die neuen Versuche. Eine Zusammenfassung zu den Zugangsdaten und Ergebnissen ist nicht visualisierbar. Daher ist es schwierig, DUO als Bewertungsinstrument in den Kurs zu integrieren. Es gibt auch keine Möglichkeit, Termine für die Aufgaben einzustellen. Dies wirkte sich in unseren Kursen wiederum auf die Nutzung der Plattform von Seiten der Kursteilnehmer aus, die weit weniger regelmäßig gearbeitet haben als in der Parallelgruppe mit Moodle. In einem Bildungssystem, in dem Lerner vorrangig nach Noten beurteilt werden, ist dies ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Neben technischen Problemen (Zugang, fehlende Voraussetzungen etc.) ist ein weiterer Grund für die geringere Nutzung in der Tatsache begründet, dass DUO komplett auf Deutsch gehalten ist, was vor allem in der Grundstufe, noch dazu im LE-Kontext, die Lerner überfordert, wenn der Online-Teil im Selbststudium absolviert werden soll. Insofern sollte man entweder im Präsenzunterricht die Aufgabenstellungen thematisieren und trainieren bzw. die Arbeit mit der Plattform direkt in den Unterricht integrieren. Dadurch kann man sich die Vielfalt an Übungstypen sowie das hohe authentische Potenzial von DUO zunutze machen, das durch Videoausschnitte, Links etc. gegeben ist. Auf diese Weise kann aus der Hürde der Einsprachigkeit eine Herausforderung werden, die der Lerner mit Unterstützung des Kursleiters zu bewältigen in der Lage ist.
Entscheidet man sich für DUO basis-deutsch, so ist es ratsam, im Präsenzteil Schritte International einzusetzen, da die inhaltliche und grammatische Progression übereinstimmt. Der Einsatz mit anderen Lehrwerken ist prinzipiell möglich, würde aber dazu führen, dass man z.B. zwischen den Kursen von basis-deutsch A1.1 und A1.2 hin- und herspringen müsste, um den thematischen Einheiten des Lehrwerks zu folge; u.U. ist die grammatische Progression dann nicht kompatibel.
3. Resümee
Wie gezeigt werden konnte, unterscheiden sich die hier vorgestellten Lernplattformen grundlegend in ihrer Art und Konzeption. Während Moodle ohne Lizenzkosten genutzt werden kann, muss für DUO eine Lizenz gekauft werden. Die Höhe der Kosten hängt dabei von der Anzahl der Lizenzen ab (derzeit ab 20 Euro pro Teilnehmer; Freischaltung für sechs Monate).
Die Entscheidung für die eine oder die andere Plattform richtet sich auch danach, ob man Inhalte selbst gestalten oder auf fertig erarbeitetes und erprobtes Material zurückgreifen will. Eine offene Plattform zu nutzen, bietet den Vorteil, dass die Aufgaben kurs- und teilnehmerspezifisch erstellt werden können, bedeutet aber auf der anderen Seite, dass der Zeitaufwand für den Kursleiter erheblich höher ist. DUO dagegen bietet eine große Vielfalt an Medien und Aufgabentypen, die thematisch genau auf die Lektionen in Schritte International abgestimmt sind. Dadurch ist der Arbeitsaufwand im Vergleich wesentlich geringer, aber die Flexibilität ist eingeschränkt. Ein anderer Faktor, den man bedenken muss, ist die Kursverwaltung. Bei Moodle geschieht sie direkt durch den verantwortlichen Kursleiter, was einerseits Arbeitsaufwand, andererseits aber auch direkte und schnelle Intervention bei Problemen etc. bedeutet. Im Gegensatz dazu sind die Verwaltungsoptionen für den Kursleiter bei DUO relativ gering. Bei Zugangs- oder anderen technischen Problemen wendet man sich an die Zentrale in München, was z.T. zu Zeitverzögerungen bei der Lösungsfindung führt. Da unsere ersten Kurse mit DUO als Intensivkurse liefen, kam es dabei zu gravierenden Beeinträchtigungen, obwohl die DUO-Mitarbeiter schnell und hilfsbereit reagierten. Die Links zu einigen Internetseiten waren nicht aktualisiert, sodass es teilweise nicht möglich war, die betreffenden Aufgaben zu lösen.
Arbeitet man mit einer Tastatur, die keine deutschen Sonderzeichen, wie Umlaute und ß, enthält, können ebenfalls Probleme entstehen, da die Antworten nicht als korrekt erkannt werden. Dies gilt nicht nur für die hier vorgestellten Plattformen, sondern scheint ein allgemeineres Problem zu sein (z.B. auch bei SAKAI). Für unsere Moodle-Kurse haben wir eine relativ einfache Lösung gefunden, denn im Format Hot Potatoes gibt es die Option, Sonderzeichen als virtuelle Tasten einzufügen. Weder für Moodle noch für DUO sind spezielle Programmierkenntnisse notwendig; die Bedienung erschließt sich durch das Arbeiten mit den Plattformen.
Auf welche Plattform die Wahl letztendlich fällt, muss kontextabhängig anhand der dargelegten Faktoren entschieden werden. Da die DAAD-Förderung für die Kurse mit DUO vorerst nicht verlängert worden ist, wird in der Deutschabteilung am CEL/Unicamp momentan schwerpunktmäßig mit Moodle gearbeitet; die Ergebnisse dieser Arbeit stehen durch unsere offenen Kurse auch externen Lernern und Interessierten zur Verfügung.
4. Bibliografie und Links:
- OLIVEIRA, P., WUCHERPFENNIG, N., VETTER, A., „Alemão para universitários: formas híbridas“, Cadernos de Letras, nº 24, p. 59-84. (2008).
- OLIVEIRA, P., „Hot Potatoes und Wiki im Moodle“, Akten des VII. Brasilianischen Deutschlehrerkongresses (in diesem Band).
- ROCHE, J. (Hg.), Benutzerhandbuch für die Arbeit mit den Online-Kursmodulen der Deutsch-Uni Online. LMU München 2007.
Internet-Seiten:
- auf Deutsch: http://moodle.de/
- auf Portugiesisch: http://docs.moodle.org/pt/Sobre_o_Moodle
- auf Englisch: http://moodle.org/ oder http://docs.moodle.org/
- Offene Kurse mit Blaue Blume an der Unicamp: http://moodle.ead.unicamp.br (Gastzugang)
- DUO-Zugang für Lerner: http://www.deutsch-uni.com (DEMO-Modul)
- DUO-Zugang für Lehrer: http://www.uni-deutsch.de

