MUSICAL “VOGELHOCHZEIT”
Lieder und Texte: Rolf Zuckowski
Adaptation: Magda Balsan

EIN VOGEL WOLLTE HOCHZEIT MACHEN – Nr. 1

Ein Vogel wollte Hochzeit machen, kennt ihr die Geschichte?                                                         3. Klasse

Fidirallalla, Fidirallalla,
Fidiralla-lalla-la.

Dann singt doch mit und hört euch an, wovon ich nun berichte!                                                     4. Klasse

Ob groß, ob klein, auf dieser Welt ist niemand gern alleine.                                                          2. Klasse

Was macht ein Vogel, der allein ist, wisst ihr, was ich meine?                                                        1. Klasse

Er sucht sich einen Platz im Baum und singt die schönsten Lieder.                                                    Ed. Inf.
und singt die schönsten Lieder.

Und wenn er Glück hat, setzt sich bald ein Weibchen zu ihm nieder.                                                      alle

ERZ.: Es war einmal ein Vogelmännchen, das schon lange um die Welt geflogen war, über Wälder und Flüsse, Berge und Täler. Er setzte sich auf einen Baum, um sich auszuruhen.

VM: Ach! Ich bin soo müde! Ich brauche eine Pause jetzt. Schön ist es in diesem Wald! Frische Luft! Bunte Blumen!

ERZ.: Und er dachte bei sich:

VM: Ich will nicht mehr so allein sein… Mama und Papa haben gesagt, ich soll schön singen, wenn ich mich alleine fühle.

ERZ.; So begann das kleine Vogelmännchen laut und schön zu singen. Plötzlich erblickte es hoch und sah ein hübsches Vogelweibchen. Da sang es noch lauter, so laut wie es nur konnte, und das Vogelweibchen kam immer näher und näher.

HOCH IN DER LUFT – Nr. 2 – 2. Klasse

Hoch in der Luft fliegt ein kleines Vögelein, so wunderschön und herrlich anzusehn.
Hoch in der Luft fliegt es schon seit Tagen, leer ist sein Bauch, und müde ist es auch.

Plötzlich klingt in seinem Ohr ein schönes Lied, wie nie zuvor,
auf dem Baum im Sonnenschein, da singt ein Vogel ganz allein.

Hoch in der Luft freut sich da das Vögelein,
und es sagt sich: Das wär ein Mann für mich!

ERZ.: Sehr aufgeregt waren die beiden Vögel und keiner wusste so recht, was er sagen sollte.

VW.: Guten Tag! Dein Lied ist wunderschön!

VM: Oh, danke! Selbstkomposition.

VW: Echt? Um so schöner ist es!

ERZ.: Und sie unterhielten sich eine Weile. Das Vogelweibchen stellte viele Fragen.

GUTEN TAG, GUTEN TAG – Nr. 3 – 4. Klasse

Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich frag,
ob der Platz neben dir für mich frei ist?
Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich sag:
Setz dich hin, weil doch gar nichts dabei ist!
Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich frag,
ob dein Lied nur für mich ganz allein war?
Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich sag:
Nur für dich war mein Lied, auch wenn’s klein war.
So ein Baum der ist 'ne Wucht, wenn man sich ein Plätzchen sucht,
und noch viel schöner kann es sein, auf einem Baum zu zwei’n.
Ja, so ein Baum der ist 'ne Wucht ...
Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich frag,
ob auch du in der Nacht manchmal Angst hast?
Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich sag:
Ich bin der, der ab heut auf dich aufpasst.
Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich frag,
ob du einmal für mich noch dein Lied singst?
Guten Tag, guten Tag, ist es schlimm, wenn ich sag:
Noch mehr Spaß bringt es mir, wenn du mitsingst!

VW: Du, ich weiß noch gar nicht, wie du heißt!…

VM: Ich heiße Hansi. Und du?

VW: Lotti. Lotti Waldvogel.

VM: Lotti! Ein wunderschöner Name!

ERZ.: Langsam lernten sich die beiden Vögel gut kennen und fühlten sich gar nicht mehr wie Fremde.

VM: Magst du Singen und Tanzen?

VW: Eigentlich nicht so…, aber… na ja,  mit dir zusammen muss das was Besonderes sein.

VM: Dann komm nur! Lass uns singen und tanzen bis in die Nacht hinein!

VÖGELEIN, VÖGELEIN, TANZ MIT MIR – Nr. 4 - alle

Vögelein, Vögelein, tanz mit mir immer noch einmal ums Licht.
Vögelein, Vögelein, glaube mir: Heute Nacht schlafen wir nicht!
La, la, la...

ERZ.: So kam es, dass aus dem Vogelmännchen und dem Vogelweibchen ein Pärchen wurde, das alles gemeinsam machte.

VM: Sag mal, Lotti, was machst du denn morgen?

VW: Ich möchte gern durch den Wald spazierenfliegen. Kommst du mit?

VM: Ja, gern!

ERZ.: Sie hatten sich sehr lieb und waren glücklich wie noch nie.

DU UND ICH – Nr. 5 – 3. Klasse

Du und ich, wir zwei im Glück, sind so verliebt und so verrückt!
Ich und du, wir singen laut, auch wenn ein jeder nach uns schaut!

Du und ich, wir schaun uns an, wie Vogelfrau und Vogelmann,
Ich und du, noch sind wir zwei, doch wart’s nur ab, bald sind wir drei!

Hat man sich lieb, so wie wir zwei, dann legst du bald ein kleines Ei (oder zwei).

Du und ich sind dieses JahrVogelmama, Vogelpapa.
Ich und du im Sonnenschein, wir baun ein Nest für uns allein.

ERZ.: Das Vogelpärchen baute sich ein Nest auf dem schönsten Baum.

VM: So, meine Süße, unser Nest ist fertig! Hier wirst du ein Ei legen und bald ist unser Baby da!

VW: Ach, wie gemütlich! Danke, mein Schatz! Ich liebe dich!

VM: Ich dich auch!

ERZ.: Es dauerte nicht lange bis die Vogelmama ein Ei legte, das in ihrem Bauch gewachsen war. Nun begann eine schwierige und langweilige Phase: das Brüten!

IMMER NUR BRÜTEN – Nr. 6 - alle

Immer nur brüten, brüten, brüten, das Ei behüten, -hüten, -hüten.
Wer hält das aus? Ich möchte hier raus!

Doch ich muss brüten, brüten, brüten, das Ei behüten, -hüten, -hüten.
Bald kommt die Zeit, dann ist es soweit.

Dann kann ich endlich wieder fliegen, dann wird im Nest mein Baby liegen.
Ich werd ihm viel zu essen bringen und ihm die schönsten Lieder singen.
La la la la, la la la, la la.

ERZ.: Dann endlich war es soweit. Eines Tages hörten die beiden Vögel ein merkwürdiges Geräusch.

VW: Schatz, Schatz! Hörst du etwas?

VM: Ja, unser Baby tickt gegen die Schale, Süße! Na endlich!

TICK, TICK, TICK – Nr. 7 – Educ. Inf.

Tick, tick, tick - tick, tick, tick, ich pick das Ei entzwei,
mein Schnabel macht ein großes Loch, und schwupps, schon bin ich frei!

Im Ei, da ist es warm und schön, doch leider kann man gar nichts sehn.

VM: Schau, Liebling, ein Vogelmännchen! Schön, wie der Papa!

VW: Ach was! Schau den Schnabel an! Den hat er doch von mir!

VW: Hallo, Peppi! Ja, Peppi ist dein Name! Ich bin deine Mama.

VM: Und ich bin dein Papa!

VM und VW: Schön, dass du da bist!

HALLO MAMA, HALLO PAPA – Nr. 8 – Educ. Inf.

Hallo Mama! Hallo Papa! Die Zeit ist um, und ich bin da.
Hallo Mama! Hallo Papa! Wie geht es euch, ist alles klar?

Hallo Mama! Hallo Papa! Was schaut ihr mich so komisch an?
Hallo Mama! Hallo Papa! Ihr werdet sehn, was ich schon kann!

Die Zeit im Ei, die ist nun vorbei, und ich sing so laut ich kann: Juchei!

Hallo Mama! Hallo Papa!Nun fang ich bald zu fliegen an.
Hallo, Mama! Hallo, Papa! Ihr werdet sehn, was ich schon kann!

ERZ.: Von nun an flatterte das Vogelbaby den ganzen Tag lang im Nest herum. Seine Eltern hatten keine ruhige Minute. Es hatte von früh bis spät einen einzigen Wunsch: Fressen!

BABY: Mamaaaa! Papaaaa! Ich habe Hunger!

EIN VOGELBABY WIRD NIEMALS SATT – Nr. 9 – 1. Klasse

Ein Vogelbaby wird niemals satt, weil es immer, immer, immer Hunger hat.
Ein Vogelbaby, das macht sich ran, und es macht den Schnabel auf,
ja, es macht den Schnabel auf, ja, es macht den Schnabel auf, so oft es kann.

Ein Vogelbaby frisst wie ein Bär und will immer, immer, immer noch viel mehr.
Ein Vogelbaby ist gar nicht dumm, und es hüpft den ganzen Tag,
ja, es hüpft den ganzen Tag, ja, es hüpft den ganzen Tag im Nest herum.

Ein Vogelbaby, das singt und piept, bis es immer, immer, immer noch was gibt.
Ein Vogelbaby gibt keine Ruh, und es macht nur, wenn es schläft,
ja, es macht nur, wenn es schläft, ja, es macht nur, wenn es schläft, den Schnabel zu.

ERZ.: Und wenn der Abend kam, und der kleine Vogel müde wurde, sangen die Vogeleltern ein Schlaflied für ihr Kind. Und manchmal waren sie traurig dabei, weil sie fühlten, dass es nun bald groß sein und allein davon fliegen würde.

BABY: Gute Nacht, Mama!

VW: Gute Nacht, mein Engel!

BABY: Gute Nacht, Papa!

VM: Gute Nacht! Träume süß!

SIEH NUR DIE STERNE – Nr. 10 - Elternchor

Sieh nur, die Sterne, der Tag schläft schon ein, und deine Augen sind müde und klein.
Schlaf, bis der Morgen die Träume verweht, schlaf bis am Himmel die Sonne aufgeht.

Sieh nur, die Sterne, sie leuchten so hell. Sieh nur, die Wolken, sie fliegen so schnell.
Hör wie der Wind seine Lieder dir singt. Schlaf, schlafe gut, bis der Morgen beginnt.

Sieh nur, die Sterne, so klein und so weit. Sie stehen still, doch so schnell geht die Zeit.
Bald bist du groß und kannst alles allein, aber bis dann schläfst du hier bei mir ein.

ERZ.: Viele Tage und Nächte waren vorüber gegangen und aus dem kleinen Vogelbaby war jetzt schon ein großer Vogel geworden, der schon alles alleine machen konnte. Und es kam der Tag, an dem er davon fliegen wollte.

VOGEL: Mama, Papa! Ich möchte in die Welt fliegen, meinen eigenen Weg suchen.

VM: Es ist ok, mein Sohn! Pass gut auf dich auf!

VW: Wir werden dich sehr vermissen! Hör gut zu, mein Schatz, wenn du dich irgendwann allein fühlst, sing so laut und schön, wie du kannst. Dann wird dir etwas Schönes passieren.

VOGEL: Ja, Mama! Mache ich. Tschüs, ihr beiden! Und seid bitte nicht so traurig!…

VM und VW: Ade, Peppi, unser Peppi!

IMMER WENN EIN VOGELBABY GRÖSSER WIRD – Nr. 11 – Eltern und Kinder

Immer wenn ein Vogelbaby größer wird,                       Kinder singen: “Immer
will es sich im Winde wiegen.                                         wenn ein Vogelbaby
Immer wenn ein Vogelbaby größer wird,                       größer wird”
will es zu den Wolken fliegen.                                         Eltern ergänzen den
La la la ...                                                                             Liedsatz.

Immer wenn ein Vogelbaby größer wird,                       Alle singen das “La, la, la”
muss es eine Menge lernen.                                            Educ. Inf. und 1. Klasse
Immer wenn ein Vogelbaby größer wird,                       singen “la, la, la” hoch
träumt es von den goldnen Sternen.                               2., 3. und 4. Klasse singen 
La la la ...                                                                             es tief.

Immer wenn ein Vogelbaby größer wird,
stellt es sich auf seine Beine.
Immer wenn ein Vogelbaby größer wird,
fliegt es in die Welt alleine.
La la la ...

ERZ.: Der junge Vogel flog über Wälder, Flüsse, Berge, Städte und Felder. Er erlebte warme und kalte Monate und sah viele Dinge, von denen ihm seine Eltern erzählt hatten. Als er sich eines Tages auf einem Baum ausruhte sagte er:

VOGEL: Ach! Irgendwie fühle ich mich so allein… Mama hat gesagt, ich soll schön und laut singen, wenn ich mich alleine fühle.

ERZ.: Und er begann pausenlos zu singen, denn er wusste von seiner Mama, dass ihm dabei etwas Schönes passieren würde.
 
EIN VOGEL WOLLTE HOCHZEIT MACHEN II – Nr. 12

Ein Vogel wollte Hochzeit machen, das war die Geschichte.                                                      4. Klasse     
das war die Geschichte.

Fidirallalla, Fidirallalla, Fidiralla-lalla-la.

Und fragt ihr mich, was nun geschieht, hört zu, was ich berichte!                                             3. Klasse

P.S.: Weitere Strophen gleich wie die Version am Anfang des Musical.

 

Magda Luzia Alves Balsan
DaF-Fachleiterin am Colégio Imperatriz Leopoldina
Vorschule - 4. Klasse/5. Schuljahr
www.colegioimperatriz.com.br
                    magda.balsan@gmail.com

www.musik-fuer-dich.de  (offizielle Website von Rolf Zuckowski)

 

Die Vogelhochzeit – ein Musical für Groβ und Klein
(Magda Luzia Alves Balsan – Colégio Imperatriz Leopoldina – SP)

Ein Musical durchzuführen weist auf mehrere Vorteile hin, denn viele wichtigen Aspekte des Fremdsprachenerwerbsprozesses sowie auch der gesamten Kinderentwicklung werden dabei berücksichtigt und gefördert. Unter diesen Aspekten sind folgende besonders hervorzuheben:

  1. Aussprache, Intonation und Sprachtempo werden mit den Lieder- und Theatertexten intensiv geübt und der Wortschatz wird dadurch reichlich erweitert
  2. Kreativität und Ausdruck
  3. Authentizität in der Kommunikation und das Erlernen der Sprache in einem sinnvollen Kontext
  4. Hemmungenabbau und Beitrag zu einer besseren Sozialisation aller Kinder durch das Singen, Tanzen und Inszenieren
  5. Verknüpfung des Deutschlernens mit positiven, schönen Erfahrungen, Emotionen und Gefühlen.

Wichtige didaktischmethodische Anmerkungen

Einführung der Geschichte

Jedes Musical hat eine Geschichte als Grundlage und der Erfolg der Aufführung hängt viel damit zusammen, ob sich die Kinder mit der Geschichte identifizieren oder nicht. Deswegen sind die ersten Schritte entscheidend und müssen ganz genau und vorsichtig geplant werden.   

  1. Wie wird den Kindern die Geschichte zum ersten Mal präsentiert? (Bildkarten, PowerPointpräsentation,)
  2. Was soll zum passiven, was zum aktiven Wortschatz gehören?
  3. Kann man mit dem Thema fächerübergreifend arbeiten? Welche Fächer bzw Lehrer werden miteinbezogen?

Einübung der Lieder

Es genügt das Globalverständnis von den Liedern, denn eines der wichtigsten Ziele des Musicals ist ja Spaϐ und Freude beim Lernen zu bereiten - eine intensivere Spracharbeit könnte die Motivation negativ beeinflussen. Sehr wichtig beim Üben ist den Liedtext immer vor dem Singen einmal im Chor und im Liedrhythmus nachsprechen lassen. Das ist sehr wirksam  sowohl für eine gute Aussprache als auch für das Auswendiglernen. Die Melodie wird meistens blitzschnell gelernt – zumal Kinderlieder oft eine einfache Melodie haben.

Was sonst noch alles besorgt bzw festgelegt werden muss:

  • Verlag anfragen – normalerweise machen sie keine Einschränkungen oder Forderungen, wenn es sich um eine interne didaktische Schulveranstaltung handelt;
  • Aufgaben verteilen – Wer ist für was verantwortlich?
  • Termin für die Aufführung festlegen;
  • Kinder zur Teilnahme einladen;
  • Lieder umarbeiten, eventuell verkürzen bzw irgendeine Strophe verdoppeln, und bestimmen, welche Klasse welches Lied singt (Falls das Musical von mehreren Jahrgangsstufen präsentiert wird);
  • Rollen verteilen;
  • Werbung;
  • Bühnenbild erstellen;
  • Bühnenmarkierung;
  • Requisiten und Kostüme besorgen, sie vielleicht mit den Kindern selbst basteln (die Mütter  machen da immer sehr gerne mit);
  • Proben festlegen – In jeder Deutschstunde wird ca. 15-20 Minuten gesungen. (20 Stunden reichen meistens aus); Auϐerdem ist es zu empfehlen, zwei gemeinsamen Proben zu organisieren; 
  • Einladung und Programmheft konzipieren und drucken;
  • Fotos, DVD-Aufnahme.

Theaterfassung  



Einladung




Bühnenbild





Bühnenmarkierung





Requisitenwerkstatt



Aufführung (Anhänge 8 bis 13)

Literatur

ZUCKOWSKI, Rolf, CD Rolfs Vogelhochzeit. Hamburg: Musik für Dich, 1994.
ZUCKOWSKI, Rolf, DVD Rolfs Vogelhochzeit. Hamburg: Musik für Dich, 2003.
www.musik-fuer-dich.de