Gierden Vega, Carmen (gierden@fyl.uva.es) / Hofmann, Dirk (dirk@fyl.uva.es) / Burgos Cuadrillero, Beatriz (beacuadrillero@hotmail.com)

 Neologismen und ihre Implikationen in der Wortschatzvermittlung:Für lexikalische Innovationen in Kontaktsituationen – wie die des Deutschen mit anderen Sprachen – stehen entweder heimische Bildungen oder lexikalisches Lehngut zur Verfügung. In der sprachlichen Realität übernehmen die Sprecher das Fremdwort nicht immer bereitwillig, sondern ziehen subtilere Neubildungen oder den Weg der Übersetzung vor. Der vorliegende Beitrag möchte insbesondere an dem Punkt der Neologie ansetzen, denn Neologismen tragen dazu bei, dass sich der Wortschatz einer Sprache im Vergleich zu grammatischen Eigenschaften ständig verändert. Diese Veränderungen müssen im Fremdsprachenunterricht berücksichtigt werden, was aber oft nicht geschieht. Aus diesem Grund möchten wir im praktischen Teil unseres Beitrags gezielt auf Wortschatzarbeit eingehen, wobei diese aber keinen isolierten Aufgabenbereich darstellt,  sondern sich mit den sprachlichen Fertigkeiten Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben in Verbindung bringen lässt.
Stichwörter: Lexikologie, Wortbildung, Neologie und Wortschatzvermittlung.

1. Einführung
Das Deutsche kann durch die Bildung neuer Wörter ständig bereichert werden (vgl. hierzu auch LUDWIG 2005). Wie jedes andere offene System reagiert auch der Wortschatz sehr empfindsam auf die Veränderungen in den verschiedenen gesellschaftlichen Konstellationen, indem der Sprecher für sie neue Bezeichnungen bereitstellt. Sei es in der Berufswelt, im Bildungswesen, in der Informationstechnologie, in der Politik, in der Tourismus-Branche, im Umweltschutz, in der Mode oder in der Wirtschaft, wo auch immer, entspringen neu kreierte Wortbildungen notwendigerweise aus einem konkreten kommunikativen Bedürfnis heraus und veranschaulichen so die Funktionsweise menschlicher Kreativität. Neubildungen schaffen also neue Bilder und Deutungen für die in gewissen Situationen existierende Bezeichnungsnot, so dass sich zur Formulierung von Donalies (2007: 5) noch hinzufügen lässt: Wortbildung ist auch ein Verfahren zur Versprachlichung von neuen Begriffen und Identitäten.
Der Bestand solcher Wörter unterliegt gegenüber anderen Morphemklassen groβen Veränderungen und zeichnet sich –synchron betrachtet- durch groβe Offenheit und Instabilität aus, da neue Elemente stets über einen kurzen Zeitraum aufgenommen werden. Solche neue Einheiten erweisen sich als durchaus plausible und hilfsreiche Ausdrucksmittel von Assoziationswerten besonders in Zeitungstextsorten und in der Konsumwerbung, indem sie unter dem Einfluss der Tendenz zur Sprachökonomie operieren und aufgrund dessen durch „Univerbierung“ für eine gewisse Informationsverdichtung (im Sinne von NAUMANN 2000: 27) sorgen. Obwohl Neologismen1 zum großen Teil für die Mobilität, Variabilität und Dynamik im deutschen Wortgut verantwortlich sind, wird ihnen oft nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Davon zeugen einige sogar aktuellere Standardwerke des heutigen Deutschen. Uns ist aufgefallen, dass sich diese Auslassung z. B. bei Lohde (2006) beobachten lässt. Und wenn neologischen Prägungen überhaupt Aufmerksamkeit gewidmet wird, dann finden sie in einigen Werken (wie bei NAUMANN 2000, DONALIES 2002 siehe Exkurse 8, 25 u. 26, BUSCH/STENSCHKE 2007, HERINGER 1995 siehe dazu Abschnitt  “Wortbildung in stilistischer Sicht”, FLEISCHER/BARZ 1995: 2 mit Verweis auf Lexeme vs. Okkasionalismen) meist nur am Rande Erwähnung.
Dabei sind okkasionelle Wortbildungskonstruktionen (WBKs), wie z.B. Frauenfrage, Kanzlersharing, Rot-grün-Koalition, die groβe Koalition, vor allem in Zeitungstextsorten sehr stark vertreten. Da viele dieser Einheiten rekursiv, d.h. zurückgreifend auf andere Formative und wiederholt Anwendung finden können, sollten u. E. die Lerner – je früher desto besser - mit den verschiedenen Wortbildungsprozessen der deutschen Sprache konfrontiert werden. Die Entwicklung und das Einsetzungsvermögen derartiger Wörter im Wortschatz lässt sich dann durchaus durch ihre hohe Gebrauchshäufigkeit – Textfrequenz und Produktivität - erklären.
2. Potentielle Wortbildung und musterprägende Schematisierung
Kenntnisse über Wortbildung bieten dem Lerner bei der Besetzung von Wortlücken mehr Freiheit und für das Interpretationsvermögen mehr Spielraum, wenn er sich an bestimmte kanonische Vorbilder und Wortbildungsmodelle (Typologika) halten kann und man ihm beibringt, nicht in Konflikt mit den gegebenen Regeln zu geraten; d.h. systemwidrige Bildungen wie kaputtieren usw. vermeidet. Es gibt eine Reihe von Indizien, sogenannte Restriktionsfaktoren2, für eine gewisse Akzeptabilität der Neubildungen, die sich morphologisch-strukturell in Verbindung mit semantischen und syntaktischen Prozessen erfassen lassen. Ferner ist vorauszusetzen, “daβ Wortbildung nicht ausschlieβlich nach Modellen erfolgt, sondern auch in Analogie zu einzelnen WBK.” (FLEISCHER/BARZ 19952: 54) und dass die einzelnen Wortbildungsmuster in den verschiedenen Wortarten unterschiedlich entwickelt sind.
„Die prinzipielle Geltung der Grundmuster der Wortbildung für die Hauptwortarten, […], ist für die einzelnen Wortklassen relativ eingeschränkt. So gelten für Verben andere Wortbildungsregeln als für Substantive oder Adjektive mit jeweils verschiedenen Bildungsmustern und Wortbildungsmorphemen.“ (Flämig 1991: 334)
In diesem Zusammenhang vertreten wir die von Motsch (2002) angeführte Ansicht, dass die Wortbildungsregeln dem Lexikon angehören. Dementsprechend sollten sie auf die Wortschatzvermittlung extensiv gemacht werden, zumal die lexikalische Beschreibung die Wortbildungseigenschaften mit einbezieht (wie z.B. Morphemcharakteristik, Reihenfolge der unmittelbaren Konstituenten, syntaktisches Verhalten, Wortart und Semantik, formativstrukturelle Spezifika und Wortbildungsbedeutung). Deshalb sind Variation und Rekursivität auch hier wichtig, insofern die Neologismenbildung meistens auf stabilen Wortbildungsmodellen beruht.
3. Entwicklungslinien in der Schaffung neuer Wörter
Die Neologie erweist sich als ein vielseitiges und heterogenes linguistisches Phänomen, das sich als Teil sowohl der schriftlichen als auch der mündlichen Kommunikation, d.h. im lebendigen Sprachgebrauch auf verschiedene Bereiche erstrecken kann. Ein kurzer Blick in die Zeitung mag den Anschein erwecken, dass zunächst eine massive Fremdwortübernahme aus dem Angloamerikanischen die deutsche Pressesprache dominiere: Power-Napping im Büro, School-Talker-Projekte in der Schule, Minijob in der Arbeit, Fast-Track-Programm im Studium, Fast-Food/Slow-Food in der Gastronomie, Ballerinas mit Metallic-Effect in der Mode usw. Die Entwicklungslinien in der Schaffung neuer Wörter zeigen jedoch, dass die Sprecher das Fremdwort in der sprachlichen Realität nicht immer bereitwillig übernehmen (vgl. auch JANSEN 2005), sondern subtilere Neubildungen, wie Hybridisierungen, Neosemantismen aber auch heimische Bildungen und Okkasionalismen, oder den Weg der Übersetzung vorziehen. Es bestätigt sich noch einmal die von Schippan (1992: 107) formulierte Aussage: “Neben Übernahme fremden Wortgutes ist die Wortbildung die wichtigste Quelle des Ausbaus unseres Wortschatzes.” 
Neologismen bringen Variabilität und Mobilität mit sich, so dass der Fremdsprachler nicht ohne sie auskommt und es notwendig sein kann, lexikalische Innovationen zu erklären. Denn was versteht man unter Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, Raucherparty, Flachbildschirm, Kopftuchstreit, usw.? 
4. Lexikoneinheiten als musterprägende Modelle

Aus unserer Sicht ist es daher wichtig, sich im Fremdsprachenunterricht mit Strukturbedeutungen3, aber auch mit Gebrauchsbedeutungen zu befassen, um innovative Wortschatzelemente zu erklären, die zunächst in der Pressesprache bzw. Werbesprache Verwendung finden. Niemand bestreitet, dass die Pressesprache im Alltag von groβem Gewicht ist. Der Lerner wird ihr ständig entgegengestellt, sei es beim Hören von Nachrichten im Radio oder Fernsehen, sei es beim Lesen von Reportagen und Werbetexten in der Zeitung. Dies soll anhand folgender Beispiele, die analog zu Lexikoneinheiten gebildet worden sind, erläutert werden. Das Verb nexten, das sich vollkommen an das deutsche Konjugationsmuster4 anpasst (nexten – nextete – genext), ist aus dem englischen Ausdruck Next! - auf Deutsch Der Nächste bitte! - enstanden und bedeutet soviel wie jmdm. einen Korb geben, jemdn. rausscheiβen. Wie bei vielen anderen neu entstandenen Wörtern muss der Sprecher über ein gewisses pragmatisches Hintergrund- bzw. Weltwissen verfügen, um das Wort entsprechend der Gebrauchskonventionen richtig zu gebrauchen. Das Wort nexten ist das Resultat experimenteller Anwendung der Wortbildungsmöglichkeiten im Deutschen. Noch andere Beispiele sind die Schlagwörter der Anklick-Finger, der Wegklick-Finger, die eine systematische Bedeutungsrelationen zwischen den Elementen, aus denen sie bestehen, aufweisen, z.B.: Finger, mit dem man klickt (aus dem Englischen click); ein Klick auf die Fernbedienung, ein Klick mit der Maus. Ganz anders verhält sich sichern in folgenden Belegen: “Sichern Sie sich heute Ihre Rente!” (http://www.familie.de/detail); “Nutzen Sie die Veranstaltung in Ihrer Nähe und sichern Sie sich Ihren Platz! Am besten schon heute – die Teilnehmerzahl ist begrenzt!” (www.microsoft.com/austria/events); “Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich bis zu 60 Monate vor Ablauf Ihrer derzeitigen Zinsbindung bereits heute die günstigen Zinsen für morgen sichern.” (www.drklein.de/jetzt-zinsen-sichern.html). Die Verwendung, die man dem Verb (*sich) sichern hie und da zuschreibt, setzt automatisch durch flexionsmorphologische Veränderungen im Verbparadigma – sichern wird reflexiv gebraucht – für den aktuellen Sprechakt neue Bedeutungen in Gang. Die Reflexivierung übt einen deutlichen Einfluss auf das syntaktische und semantische Verhalten aus, so dass sich auch die Funktion im Satz ändert. Es ist zu vermuten, dass der Bedeutungswechsel aus der Informationstechnologie bzw. Computerwelt herausgegriffen worden ist, wo das Bezeichnungsmotiv die Informations- oder Dateisicherung ist (eine Datei sichern). Die dem Lexem sich sichern neue zugeordnete Bedeutung (als Begriff für “lassen Sie preiswertes, senationelles nicht entgehen, etwas wie ein Sonderangebot, eine Prämie oder ein Schnäppchen) ist auch ein Akt arbiträrer Übertragung und ein besonderer Fall von Wortschatzerweiterung. Es wäre durchaus möglich zu denken, dass klicken zu einer reihenweise Bildung von Komposita beitragen und zu einer Veränderung im Wortbildungssystem führen könnte (Klickfenster, Klickprogramm, Klickseite, Klickinformation).

In dem Text: “Doch jetzt hat der Mann wieder gewallrafft, diesmal hat er sich in Call-centern verdingt.” (Presse und Sprache Nr. 614, März 2008, 9) hat das Wort wallraffen dagegen eine syntaktische Umkategorisierung erfahren, indem es auf eine singuläre Analogie zurückgeht und eine gewagte Auslegung des verbalen Musters darstellt. Auf der einen Seite enthält es systematisch alle morphologischen Eigenschaften der syntaktischen Wortkategorie Verb (= wallraffen, wallraffte, gewallrafft). Auf der anderen Seite verfügt es über idiosynkratische Eigenschaften für deren korrekte Entschlüsselung man eines bestimmten soziokulturellen Hintergrundwissens bedarf (Günter Wallraff ist ein bekannter deutscher Schriftsteller und Journalist, der sich gerne für seine Reportagen tarnt, um unerkannt in die untersuchte Gruppe zu gelangen.) Im Großen und Ganzen schafft diese Neuprägung eine innovative inhaltliche Konkretisierung.
5. Sprachrezeption und –produktion
5.1. Theoretische Vorüberlegungen zu den Übungen
Grundsätzlich muss man sagen, dass der Grammatik immer noch zuviel Zeit im DaF-Unterricht gewidmet wird. Das wird auch dadurch verdeutlicht, dass Lehr- und Übungsbücher zur Grammatik regelmäßig in beachtlicher Zahl erscheinen, wohingegen es zur Wortschatzvermittlung und Neologismenvermittlung kaum Lehrbücher gibt. Eine gewisse Lexikalisierung des Fremdsprachenunterrichts hat durch die kommunikative Grammatik bzw. den kommunikativen Grammatikunterricht stattgefunden.
In den theoretischen Einführungen in das Deutsche als Fremdsprache findet man kaum Bemerkungen zum Thema Wortschatzerwerb, so gibt es im Handbuch Fremdsprachenunterricht nur einen einzigen Beitrag zu dieser Thematik. Dies ist umso merkwürdiger, wenn man bedenkt, dass Wörter lernen im Sprachunterricht zur täglichen Arbeit der Schüler gehört und die Lehrer bei dieser Arbeit hilfreich zur Seite stehen könnten. Hier spielen auch die Neologismen eine Rolle, die besonders schwierig zu erwerben sind, da die Lehrwerke nicht oft genug aktualisiert werden, und somit nur selten Neologismen berücksichtigen. Die Lehrer können den Lernern verdeutlichen, warum welche Neologismen zu lernen sind und wie dieses Lernen möglich effektiv gestaltet werden kann. Da keine Frequenzuntersuchungen zu Neologismen vorliegen und lange Zeit nicht feststeht, ob sie im Wortschatz verankert bleiben oder nicht, ist der Lehrer diesbezüglich auf sein Sprachgefühl angewiesen.
Laut Bausch5 liegen die lexikalischen Schwierigkeiten besonders im Nominal- und nicht im Verbalbereich, was durch die zahlreichen nominalen Komposita im Deutschen begründet ist, wie z.B. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, Raucherparty, Flachbildschirm, Kopftuchstreit usw. Gerade in diesem Bereich werden, wie die Beispiele zeigen, die meisten Neologismen gebildet. Zahlreiche dieser Neologismen ermöglichen es den Lernern auch Kulturkompetenz zu erwerben, was im Fremdsprachenunterricht nicht immer berücksichtigt wird. So ist das Elterngeld nicht das Geld der Eltern, sondern eine wirtschaftliche Förderung der Eltern durch den Staat, die laut Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz am 1. Januar 2007 in Kraft getreten ist.
Zu den Neologismen gehören unserer Einschätzung nach nicht nur einzelne Lexeme, sondern auch der Bereich der Kollokationen, in dem auch neue Kombinationsmöglichkeiten entstehen, so z.B. meine E-Mails checken.
Lernschwierigkeiten bereiten aber auch mehrdeutige Wörter oder falsche Freunde, wie z.B. surfen, womit heutzutage nicht nur das Surfen im Wasser, sondern auch das Surfen im Internet gemeint ist. In diesem Fall liegt eine Bedeutungserweiterung bzw. eine Metaphorisierung vor; oder das Wort Alimentierung (= Unterhaltungszahl), das zu Interferenzen mit dem Spanischen alimentación führen könnte.
Im Folgenden benennen wir die wichtigsten Teilfähigkeiten, die beim Wörterlernen erworben werden müssen (vgl. KIEWEG 2002: 8). Diese beziehen sich sowohl auf Neologismen als auch auf andere Lexeme. Dies verdeutlicht auch, dass Wortschatzlernen eine komplexe Aufgabe ist: a) Die Lernenden können ein Wort in der gesprochenen und der geschriebenen Form erkennen und produzieren. b) Sie kennen bestimmte Ableitungen eines Wortes (Buchung - buchen). c) Sie können das Wort bei Bedarf jeder Zeit abrufen. d) Sie können es konkreten Objekten bzw. Konzepten zuordnen (d.h. sie arbeiten nicht nur mit Wortgleichungen). e) Die Lernenden kennen wenigstens einen Teil der Bedeutungen eines Wortes (z.B. „Tor“). f) Sie kennen die entsprechenden grammatikalischen bzw. morphologischen Formen. g) Sie können das Wort verständlich aussprechen. h) Sie können es richtig schreiben. i)Die Lernenden kennen die Stellung eines Wortes im Satz. j) Sie kennen die wichtigsten Kollokationen (z.B. „einen Sieg erringen“). k) Sie kennen die mitschwingenden Bedeutungen, d.h. die in der Regel kulturspezifischen Konnotationen. m) Sie kennen die Problematik sprachlicher Register. n) Die Lernenden müssen den Verwendungskontext eines Wortes kennen. o) Sie müssen die Wortart kennen.
5.2. Praktische Beispiele
Innerhalb der Neologismen gibt es zahlreiche Internationalismen wie Computer, Computer-Job, Afterwork-Party, Jobticket, Audioplayer,usw. Diese sind den Lernenden meist bekannt und können in der Anfangsphase das Wortschatzerlernen in der Zielsprache sehr erleichtern. Pseudoanglizismen, wie z.B. Handy hingegen stellen eine häufige Fehlerquelle dar.
Gut lassen sich Wörter lernen, die visuell dargestellt werden können und Wörter, deren Inhalt die Lernenden emotional bzw. affektiv anspricht.
Dies kann z.B. mit Bildern geschehen, die wir z.B. Wikipedia entnehmen:  (z.B.www.wikipedia.de dann Fotohandy suchen): http://de.wikipedia.org/wiki/Fotohandy
            Bilder zu einigen Neologismen findet man unter anderem bei Amazon, aber auch bei zahlreichen Elektro – oder Supermärkten: http://www.amazon.de/Bluetooth-Headsets-Top-Angebote/b?ie=UTF8&node=13726901 (Bild von einem Bluetoothheadset) oder ein Navigationssystem unter http://www.galeria-kaufhof.de/sales/aktionen/catdetail.asp?FLEXID=0&Sub=1&Sub1=36523&Sub2=103738.
Damit der Lerner Wörter nicht isoliert lernt, ist es sinnvoll, dass der Lehrer diese in einem Text präsentiert. Hierzu ereignen sich am besten authentische Texte, da hier Neologismen verstärkt auftreten. Durch die regelmäßige Verwendung authentischer Texte wird die Verstehenskompetenz der Lernenden gesteigert. In den Texten sind viele Wörter inhaltlich vernetzt, was das Verstehen von Wörtern erleichtert. Außerdem ist es im Kontext möglich die Bedeutung des Neologismus zu erschließen, ohne dass der Lehrer die Beutung erklärt. Darüber hinaus spiegeln die Texte ein Bild der deutschen Realität wider, sodass nicht nur Neologismen vermittelt werden, sondern auch interkulturelle Kompetenz. Die angebotenen Texte sollen auch zum Lesen weiterer Texte anregen sowie Informationen zur Kultur und Welt der Zielsprache anbieten6.
Hier nun einige Textbeispiele7: SZ, 20.05.2008, 27; SZ, 04.02.2008, 6; SZ, 02.06.2008,49; SZ, 06.07.2007, 12 http://www.hagalil.com/archiv/2005/03/skype.htm
            Möglich sind auch Klangbilder, die man entweder selber aufnehmen kann (mit www. Audacity.com) oder im Internet finden kann, z.B. http://www.hochwasser-special.de/musik/schafstelze1.mp3, http://www.hochwasser-special.de/musik/wasswe2laut13swk.mp3, http://www.hochwasser-special.de/musik/seefrosch1.mp3. Letzteres kann auch spielerisch geschehen, indem man Gruppen bildet, die dann die Gegenstände erraten müssen.
Auch audiovisuelle Materialien tragen zum Wortschatzerwerb bei und können sowohl in der Klasse als auch zum Selbststudium genutzt werden. Eine Aufgabenstellung könnte sein, dass die Lerner beim Hören auf Neologismen achten sollen. Hierbei handelt es sich um kontrollierbare Hörübungen, die zur Differenzierung  und Identifikation dienen. Erst dann folgen komplexere Hörübungen, wo dann das verstehende Hören im Vordergrund steht. Am Schluss steht dann die Anwendung, wo sich u.a. folgende Übungstypen anbieten: dialogische Übungen, Sprachspiele, literarische Texte, Lieder, Szenen, usw.). Hierzu sind u.a. folgende Sendungen geeignet, deren kostenloser Download auf den Seiten der Sender zur Verfügung steht: Deutschwelle: Studi-DW, http://www.study-in-germany.de/german/1.62.567.html, Bayrischer Rundfunk: Das Computermagazin, http://download.br-online.de/podcast/mp3-download/b5aktuell/mp3-download-podcast-computermagazin.shtml.
Möglich wäre es auch, was wir regelmäßig in unseren Kursen mache, 10 Minuten von der üblichen Lehrbuch- und Kursarbeit abzuweichen und ein wenig small talk mit den Lernern zu betreiben, d.h. nach den Erlebnissen vom Wochenende fragen, nach der gestrigen Party, nach dem Fußballspiel, etc. Hier können wir aber auch fragen, welche neuen technischen Errungenschaften für sie besonders wichtig sind. So wird der Lerner unbewusst dazu bewegt, neue Lexeme in seinen mentalen Wortschatz aufzunehmen.
Empirisch nachgewiesen ist auch, dass die folgenden Möglichkeiten die Gedächtnisleistungen steigern, besser behalten wird: a) Ungewöhnliches, Humorvolles (z.B. Lieder), Übertriebenes und in Sinnzusammenhängen Vernetztes. b) Was gleichzeitig verbal wie im Bild wahrgenommen wird.
Laut unseren Unterrichtserfahrungen vergessen die Lerner einen Großteil des gelernten Wortschatzes wieder, sodass der Lehrer bei der Wortschatzwiederholugn folgende Punkte beachten sollte: Die beste Wiederholungsmöglichkeit bietet unserer Meinung nach die selbst angelegte Vokabelkartei. Wichtig ist, dass wir nicht zuviel auf einmal wiederholen, da sonst wieder einiges vergessen wird. Nicht immer nach derselben Methode wiederholen.
6. Bibliographie
Adamczak-Krysztofowicz, S, Texte als Grundlage der Kommunikation zwischen Kulturen: eine Studie zur Kultur- und LandeskundevermittlungimDaF-Studium in Polen. Hamburg: Kovač 2003.
Altmann, H/Kemmerling, S, Wortbildung fürs Examen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2000.
Bausch, K R, Handbuch Fremdsprachenunterricht. Stuttgart: UTB 20034.
Busch, A/Stensche, O, Germanistische Linguistik. Eine Einfürung. Tübingen: Gunter Narr 2007.
Donalies, E, Die Wortbildung des Deutschen. Ein Überblick. Tübingen: Gunter Narr 2002.
Donalies, E, Basiswissen Deutsche Wortbildung. Tübingen: Francke Verlag 2007.
Elsen, H, Neologismen. Formen und Funktionen neuer Wörter in verschiedenen Varietäten des Deutschen. Tübingen: Narr 2004.
Flämig, W, Grammatik des Deutschen. Einführung in Struktur- und Wirkunszusammenhänge. Berlin: Akademie Verlag 1991.
Gierden Vega, C/Hofmann, D, “Wortbildung und Ad-hoc-Komposita: Typen, Implikationen und ihre möglichen Übersetzungen ins Spanische“, Wortbildung heute. Tendenzen und Kontraste in der deutschen Gegenwartssprache. (2008)
Jansen, S, Sprachliches Lehngut im“ world wide web“. Tübingen: Gunter Narr 2005.
Kieweg, W, Unterricht Englisch. Wortschatz. Seelze/Velber: Erhard Friedrich Verlag 2002.
Ludwig, D-K, „Wortschatzentwicklungen und Wörterbuch“, Symposium on Lexicography XI. (2005)
Motsch, W, „Wortbildungsregeln“,  Ansichten der deutschen Sprache. (2002)
Naumann, B, Einführung in die Wortbildungslehre des Deutschen. Tübingen: Niemeyer 20003.
Schippan, T, Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Tübingen: Niemeyer 1992.
7. Anhang
Weitere interessante Downloads findet man in den Mediatheken vieler öffentlicher Sender. Die Beiträge müssen allerdings noch didaktisch aufbereitet werden, z.B.:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/9602?inPopup=true
http://www.wdr.de/radio/home/podcasts/index.phtml
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/index.xml
http://www.wdr.de/tv/home/sendungen/ 
Die Benutzung des Computers trägt u.a. zur Erweiterung der Medienkompetenz bei und fördert gleichzeitig die Lernerautonomie, was im modernen Fremdsprachenunterricht und auch im europäischen Referenzrahmen eine wichtige Rolle spielt. Der Computer gibt im Vergleich zu den traditionellen Übungen im Buch eine direkte Rückmeldung und variiert die Übungsform. Die Rückmeldungen heißen meist nicht nur „falsch“ oder „richtig“, sondern man bekommt Tipps oder der Anfangsbuchstabe wird genannt, d.h. Möglichkeiten, die traditionelle Übungsbücher nicht bieten. Im Internetzeitalter motivieren Computer oft mehr als der Lehrer oder Bücher, d.h. Schüler sind eher bereit eine Übung am Computer zu machen als in einem langweiligen Buch.
Neologismen kommen vereinzelt in den folgenden Übungen vor:
http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/arbeitsblaetter_a2/a2_arbeitsblatt_kap4-01.pdf
http://www.mittelschulvorbereitung.ch/content/msvDE/St92Trendworter.pdf
http://www.mittelschulvorbereitung.ch/content/msvDE/St24cFachausdruckWerbung.pdf
http://www.mittelschulvorbereitung.ch/content/msvDE/St34uUniversi.pdf
http://www.mittelschulvorbereitung.ch/content/msvDE/St35eDenglisch.pdf
http://www.sprachnudel.de/ Sprachnudel ist eine Art Online-Wörterbuch, das täglich neue Okkasionalismen
präsentiert. Hier einige Beispiele von Homepages, die für die Wortschatzarbeit im DaF-Unterricht geeignet sind.
Heutzutage haben alle renommierten Verlage brauchbare Übungen auf ihren Seiten, wobei die Neologismen
aber vernachlässigt werden. Diese Seiten sind für die Wortschatzarbeit im Allgemeinen geeignet.
http://www.hueber.de/sixcms/list.php?page=lehrwerkservice_daf&menu=68936 dann Lehrwerk auswählen,
http://www.hueber.de/shared/uebungen/themen-aktuell/lerner/uebungen/fset.php?Volume=1&Lection=5&Exercise=4&SubExercise=1
(Themen aktuell 1 L 5; Ü4)
http://62.48.71.204/shared/uebungen/themen-aktuell/lerner/uebungen/fset.php?Volume=2&Lection=7&Exercise=4&SubExercise=1
(Themen aktuell 2 L 7; Ü 4)
http://www.hueber.de/shared/uebungen/em-neu/lerner/uebungen/fset.php?Volume=1&Lection=1&Exercise=3&SubExercise=1&Page=
pg_lernen_bkl01_emn&idonParam=46150
(Em, Brückenkurs, L 1; Ü 3, 4)
http://www.hueber.de/shared/uebungen/em-neu/lerner/uebungen/fset.php?Volume=2&Lection=1&Exercise=1&SubExercise=1&Page=
pg_lernen_hkl01_emn&idonParam=15401
(Hauptkurs L1, Ü1, auch L 1 Ü 2 = Internationalismen, auch L 6, Ü 2)
http://www.langenscheidt.de/katalog/reihe_berliner_platz_425_378.html
http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/index.htm
http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/uebungen_a1/a1_kap2_dialogergaenzung.htm
http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/xg/xg05_03.htm
http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/xm/xm01_02.htm
http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/xm/xman_02.htm
http://deutsch-als-fremdsprache.de/daf-links/linksammlung/  dann Wortschatz eingeben.
http://www.edition-deutsch.de/lernwerkstatt/modul5/bestell.php3
http://www.edition-deutsch.de/buecher/sus-uebung.php3
http://www.deutsch-perfekt.com/  Sprachzeitschrift, die auch im Internet über zahlreiche Angebote verfügt.
http://www.bbc.co.uk/languages/german/ dann

German to English Vocabulary oder Talk German, dann meine Familie etc. oder
Cool German, z.B Going out, etc. oder in Cool German: listening skills dann Start.

 

1 Mit der Definition von Neologismen haben wir uns schon kritisch in Gierden Vega/Hofmann (2008: 199) auseinandergesetzt und uns als Befürworter einer weiten Begriffsbestimmung in Anlehnung an Elsen (2004: 31) erklärt, die auch Okkasionalismen mit einbezieht. Für uns wurde klar, dass Okkasionalismen vor allem solche Lexeme sind, 1) die  pragmatisch-kommunikativ günstige Einheiten bilden, 2) die bereits existierende Motivationsmodelle aktivieren, 3) die von einer Gruppe oder Sprachgemeinschaft verstanden werden können. Da der Lexikalisiertheitsgrad beim ersten Auftreten einer neuen lexikalischen Einheit weder vorauszusetzen noch zu bestimmen ist, d.h. da die Aussicht auf Etablierung im Wortschatz noch ungewiss ist, haben wir uns damals dafür entschieden, von Neologismen im weitesten Sinne zu sprechen und so auch hier.

2 Vgl. Naumanns (32-25) detailliert beschriebene Blockierungen und phonotaktische, morphologische, semantische und gesprächslogische Restriktionen.

3 Vgl. in diesem Zusammenhang die Aussage von Altmann/Kemmerling (2000: 45) über die semantische Entwicklung neologischer Wortbildungsprodukte: „Neugebildete Wörter (Ad-hoc-/Okkasionelle Bildungen) zeigen in der Regel mehrere Interpretationsmöglichkeiten, da die Strukturbedeutung meist relativ vage ist. Wird eine Wortbildungskonstruktion usualisiert/lexikalisiert, so verliert sie ihre potentielle Vieldeutigkeit zugunsten einer festen, meist im Wörterbuch fixierten Bedeutung; [...].“

4 Das Verb unterliegt der deutschen Konjugation und verbindet sich mit deren typischen Konjugationsmorphemen.

5 Bausch (1995),  Erwerb und Vermittlung von Wortschatz im Fremdsprachenunterricht, 24.

6 Vgl. Adamczak-Krysztofowicz, 54.

7 Die von uns gewählten Texte stammen aus der Süddeutschen Zeitung und eignen sich vor allem für Deutschlernende in der Mittel- und Oberstufe.